Archive for the ‘Deutsch’ Category

Love hurts

Wednesday, January 17th, 2007

Für die einen ist Liebe etwas Schönes, etwas Positives. Es gibt tausende Liebeslieder in all den Sprachen der Welt. Jedoch gibt es auch tausende Tragödien, die auf Liebe basieren.

Ich denke, dass jeder Mensch zwar Liebe benötigt, dass aber Liebe für jeden etwas anderes bedeutet. Das hängt vermutlich auch mit der Lebensgeschichte jedes einzelnen zusammen.

Die einen fallen der Liebe zum Opfer, in dem sie Liebe mit “verliebt sein” verwechseln. Sie suchen Liebe in jedem Partner/in, dem/r sie begegnen. So flüchtig sie sein mag, in jeder Begegnung erhoffen sie sich Liebe. Jedoch werden sie enttäuscht und begeben sich auf den Weg für die nächste Begegnung, die nächste Enttäuschung wartet bereits auf sie. Indem sie sich zu rasch hinwerfen, entgeht ihnen die wahre Liebe. Die Suche nach der Liebe kann eine Sucht werden. Wie eine drogensüchtige Person taumeln sie von Abend zu Abend auf der Suche nach dem einen, nicht erkennend, dass sie so nah sein kann. Jedoch scheint sie sich weiter und weiter zu entfernen.

hingegen wurden schon früh enttäuscht und verletzt. Sie können sich nicht mehr für jemanden entscheiden, da der Panzer aus Narben, der sie umgibt, sich nicht einfach durchstossen lässt. Es würde jemanden benötigen, der die Situation erkennt und die notwendige Kraft besitzen würde, den Panzer zu durchstossen. Jedoch, wer hat in der heutigen Gesellschaft genügend Zeit, sich auf ein derartiges Abenteuer einzulassen? Die einsame Person hingegen stirbt zehntausend Mal im eigenen Panzer. Ein Panzer schützt, kann gleichzeitig jedoch auch ein Fluch sein. Vor allem, wenn er so dick ist, dass man nicht mehr herauskommt. Um ein derartiges Panzer zu entfernen benötigt man viel Zeit und Geduld.

Liebe kann wehtun,
egliche Art und Weise. Gibt es die wahre Liebe?

Samaria

Friday, February 18th, 2005

Habe eben den Film “Samaria” (사마리아) angeguckt…

Dabei handelt es sich um einen Film, in der es um eine Familie, in der die Mutter fruehzeitig verstorben ist. Der Vater ist Kriminalpolizist. Die Tochter ist im Gymnasium und hat nur eine einzige Freundin, die jedoch irgendwie nicht in die koreanische Gesellschaft passt. Die Tochter hilft ihrer Freundin bei ihrem “Hobby”, naemlich Sex fuer Geld. Jedoch macht sie es nicht unbedingt aus Geldnoeten.

Eines Tages wird sie dabei von der Polizei in flagranti ertappt und springt aus dem Motelzimmer. Sie ueberlebt schwerverletzt und ihr letzter Wunsch ist es, einen der letzten Freier nochmals zu sehen. Die Polizistentochter geht zu ihm und bittet ihn flehentlich den letzten Wunsch ihrer Freundin zu erfuellen. Dieser willigt jedoch erst ein, nachdem sie sich ihm hingegeben hat, wobei es fuer sie das erste Mal war. Im Spital angekommen muss sie entdecken, dass ihre Freundin in der Zwischenzeit verstorben ist. Auf der Bahre tot liegend ist ihr Gesicht jedoch bizarrerweise in einem Laecheln erstarrt.

Zu Hause angekommen moechte die Polizistentochter erst das gesamte Geld und das Agenda, wo fein saeuberlich die Freier notiert sind, verbrennen. Sie steckt es im Lavabo an, rettet jedoch alles indem sie Wasser darueber schuettet. Danach aeussert sie den Wunsch, das Geld der Freundin wieder zurueckzugeben. Sie gibt das Geld jedoch zurueck, indem sie erst mit dem Freier schlaeft und dann das damals erhaltene Geld zurueckgibt.

Per Zufall entdeckt ihr Vater das Treiben der Tochter und stellt in der Folge einige der Freier zur Rede. Jedoch kommt es auch zu einer Eskalation der Tagen. Eines Tages bewirft er das Auto eines Freiers mit Steinen und zertruemmert einige Scheiben. Ein anderes Mal besucht er einen der Freier zu Hause. Der Familienmann isst gerade mit seiner mustergueltigen Familie, als der Polizist ihn schlaegt und ihm Vorwuerfe macht. Der Familienvater schweigt und nimmt alles wortlos hin. Danach springt er aus dem Fenster in den Tod.

Beim naechsten Freier schlaegt der Polizist mit seinen Handschellen auf den Mann ein und verletzt ihn. Jedoch wehrt sich der Mann. Der Polizist holt einen Stein und schlaegt den Mann zu Tode. Jedoch war der Freier der letzte auf der Liste. Die Tochter entdeckt den toten Mann, streicht danach ihn als letzten in der Agenda an und wirft danach die Agenda weg. Zu Hause nimmt der Polizist eine Dusche, danach ueberrascht ihn die Tochter als er gerade seine Hand ueber den Dampfkochtopf haelt.

Eines Tages kommt die Tochter in Schuluniform nach Hause und ihr Vater schlaegt vor, einen Besuch beim Grab der Mutter zu machen und ein wenig auf dem Lande Erholung zu suchen. Sie brechen gleich auf und fahren zur Grabstaette. Der Vater verliert dort zum ersten Mal die Beherrschung vor seiner Tochter und beginnt zu weinen. Sie uebernachten vor Ort und am naechsten Tag fahren sie weiter. An einem Flussufer faehrt der Polizist das Auto ins Wasser. Die Tochter schlaeft und hat einen Traum, in der sie ihren Vater sucht, der sie jedoch erwuergt und am Flussufer mit ihren Kopfhoerern an vergraebt. Als sie jedoch erwacht und aus dem Auto steigt, entdeckt sie, dass ihr Vater eine Art Piste markiert hat. Der Polizist bringt seiner Tochter das Autofahren bei. Diese versucht es und macht gute Fortschritte. Waehrenddessen wird der Vater von der Polizei abgeholt, bei denen er bereits telefonisch ein Gestaendnis abgelegt hatte.

Die Tochter realisiert erst nach und nach, dass ihr Vater bereits weg ist. Sie versucht dem Auto zu folgen, bleibt jedoch im Schlamm stecken.

Es gibt noch jede Menge Details in dem Film. Der Film stellt eines der heutigen Vorgaenge in der heutigen koreanischen Gesellschaft dar. Es gibt sehr viele widerspruechliche Aussagen. Einerseits ist der Vater sehr konservativ, jedoch auch sehr liebevoll zu seiner Tochter. Die Jugend wird sehr rebellisch dargestellt und vor allem mit der Prostitution der Jugendlichen wird ein Tabuthema angeschnitten. Heute kann man vor allem via Internet viele derartige Angebote entdecken, wo sich Schuelerinnen via Chatraeume fuer Geld anbieten. Natuerlich ist der Vater, der ja sehr konservativ ist, sehr bestuerzt ueber die Vorgaenge. Er kann es nicht begreifen und verzweifelt beinahe. Jedoch koennte man vor allem das Ende symbolisch gesehen als eine Abtrennung von Kind und Eltern ansehen. Irgendwann wird auch ein Kind fluegge und lernt selbst zu fliegen, wird selbstaendig. Auch so wird die Tochter – durch das Autofahren – selbstaendig, kann sozusagen auf eigenen “Raedern” stehen.

Obwohl der Film von der Jugendprostitution handelt, sieht man sehr wenig nackte Haut. Ich glaube, es ist dem Regisseur gelungen, weniger mit nackter Haut zu provozieren, als mit den Chrakteren etwas glaubhaft darzustellen.

Es ist interessant zu sehen, dass der Film in drei Teile unterteilt ist. Dabei werden unterschiedliche Titel benutzt. Eine davon ist Sonata, ein Begriff der in der Musikwelt bekannt ist. Interessanterweise ist auch eine Sonata in drei Teile unterteilt.

Des weiteren ist Sonata auch ein Beruhigungsmittel, welches bei Insomnien benutzt werden kann. Jedoch handelt es sich nicht um ein Benzodiazepinprodukt. Ich glaube jedoch nicht, dass der Regisseur auf dieses speziellen Mittel hinweisen wollte.

Samaria ist ein Begriff, den man aus dem nahen Osten (heutiges Israel) kennt. Aber ich denke, fuer heute habe ich genuegend den Filmkritiker gespielt ;-)

Internet quo vadis?

Wednesday, February 2nd, 2005

Das Internet ist eigentlich ein grosser Segen. Wo waeren alle internationale Organisationen heute, wenn es kein Internet gaebe? Der gesamte Fortschritt ist wirklich enorm. Ich kann mich noch gut an die Zeiten erinnern, als wir bei der Arbeit einen Mainframerechner hatten, der einfach seine Zeit fuer Berechnungen benoetigte.

Damals konnten wir einen Kaffee trinken gehen, wenn wir unsere Rechnungen aufgesetzt hatten. Nach etwa 15 Minuten “Bedenkzeit” begann dann der Drucker zu rattern. Und wehe es gab damals ein Steuerzeichenfehler, dann konnten wir den ganzen Kram nochmals aufsetzen. Oder wehe man drueckte aus Versehen einmal die Escapetaste ganz oben links auf der Tastatur des ASCII Terminals. Die “Wenger”-Matrix-Drucker damals wurden durch ASCII Zeichen gesteuert, denen jeweils das Escape vorangesetzt wurde.

Wie so oft begann dann der Drucker ploetzlich breit, fett oder kursiv zu drucken, obwohl das ja niemand wollte. Danach konnten wir den ganzen Text nochmals erfassen, damit wir die Escape-Sequenz ja loeschten.

Oder unsere Ueberseefrachtdokumente wurden auf einer Kopiermaschine mit diversen Steuermasken gedruckt. Das Originaldokument wurde noch mit der Schreibmaschine erfasst, danach durch die Kopiermaschine gelassen, so dass man dann diverse Dokumente erhielt. Ich glaube, die Firma bei der ich damals arbeitete und auch die Berufslehre absolvierte, besass die Kopiermaschine als einer der ganz letzten Firmen.

Danach ging’s dann rapide voran mit der Entwicklung. Damals gab es als erstes noch das sogenannte Videotextbanking. Das waren einfache Terminals, die via Telefon/Modem an ein System gebunden waren. Die sogenannten BTX Systeme waren sehr langsam. Auch hatten wir eine Leitung zu unserer Filiale in Frankreich, welches ueber ein Modem lief, das sage und schreibe 300Baud/s lieferte.

Auch habe ich noch die alten Wechselplatten in Erinnerung, welche man als Backup benutzte. Riesenkuebel, welche auch nicht allzu zuverlaessig waren. Es nimmt mich schon wunder, ob wenigstens einige wenige es ins Museum geschafft haben.

Mit dem neuen System, das dann in die Bude kam, ging die Post richtiggehend ab. Da dachten Leute, sie haetten was falsch eingegeben, weil der Terminal gleich wieder mit dem Cursor sich zurueckmeldete, ungleich schneller als damals, als man noch seinen Kaffee in Ruhe trinken und ein Schwaetzchen im Gang halten, oder den neusten Lehrtoechtern nachzugucken…

Wir hatten damals dann auch mit Compuserve die erste Verbindung zum Internet. Erste Chatversuche habe ich dann auch auf dieser Plattform gemacht. Ich war dann auch stolz, einen 386 anstelle des alten 286 zu erhalten mit ganzen 112MB Harddisk. Das war ein Riesenfortschritt. Und wie oft habe ich Windows 3.1 installiert.

Damals habe ich auch die Computer oft zusammengebaut, auseinandergebaut, hab irgendwelche DIP eingestellt, damit die eine Grafikkarte wieder den korrekten IRQ ansprach, so dass kein IRQ-Konflikt mehr bestand. Wie oft hab ich auch Telefonnothilfe fuer Windowsidioten und aehnlichem gemacht.

Je besser die Technologie, je mehr wurden die Anfragen aus den Bueros der Filialen. Je einfacher die ganze Vernetzung war, desto schwieriger wurde es, die User auch dazu zu drillen. Immer wieder gab es diejenigen, die es besser wussten, die die eigene Disketten von zu Hause mitbrachten und somit das Firmennetzwerk mit einem weiteren Virus lahmlegten.

Die ersten ftp/tcp was auch immer Schritte habe ich auch damals in der Firma getan. Bis ich dann beschlossen hatte, an die Uni zu gehen.

Das war dann ein Riesenschritt. Weg von dem Riesen UNIX Server hin zu den verworrenen Architekturen an der Uni. Auch ein sich Angewoehnen an die Mac Rechner der Uni, die elend langsam waren. Die ersten noch monochrom, bald auch die fortgeschrittenen Rechner. Ich hab dann auch an der ETH dann die ersten SPARC Rechner benutzt, erste Schritte mit Solaris, erste Hackversuche auf Linux.

Ein weiterer Schritt war dann der Aufbau des Netzwerkes innerhalb des Studentenwohnheims. Wir schlossen auch einen Server an, mit dem wir dann Internetanschluss hatten. Das war dann wirklich das Nonplusultra. Viele hundert Stunden Fronarbeit gingen in den Aufbau des Netzwerkes. Viele hundert Stunden, die von einigen wenigen Bewohnern geleistet wurden. Es waren sehr lehrreiche Stunden.

Spaeter habe ich dann im Rahmen der Organisation, fuer die ich taetig war, viele Computer wieder zusammengebaut, hab mir meine eigenen Computer zusammengebaut, hab vermutlich viel zu viel Geld reingebuttert und hab den Server fuer das ganze Wohnheim gespielt.

Nun, heute sitze ich vor dem einfachen Laptop und tippe das ganze rein, online.

Heute rufe ich Leute via Skype an, kostenlos, abgesehen von den Kosten des Internetsanschlusses. Ich habe eine sehr schnelle Verbindung fuer mich ganz alleine. Kann via Internet meine Freunde in der ganzen Welt sehen und mich mit ihnen unterhalten. Ich manage meine Konti via Internet, bestell mir eine Pizza, kauf mir meine Tickets fuer die Eisenbahn via Internet. Chatte und flirte via Internet und kann auch SMS senden. Wie wird wohl die Zukunft aussehen, werden wir ohne Internet ueberhaupt noch auskommen?

Auch wo waeren wohl all die Organisationen wie G.O.A.’L ohne Internet? Wie lange wuerde die Korrespondenz wieder dauern, wenn bloss noch Briefe moeglich waeren. Und dennoch, wie rasch kann es sein, dass das Internet nicht mehr da waere? Einige wenige Angriffe auf Knotenpunkte oder auf die Energieversorgung eines Landes und schon ist man ausserhalb des Internets…

Das Matrix hat dich….

Es weihnachtet in Korea…

Thursday, December 23rd, 2004

oder auch nicht…

Weihnachten wird hier nicht im selben Sinne wie in Europa gefeiert…

Ich erinnere mich noch gut an Weihnachten in der Schweiz. Bereits mit dem 1. Advent beginnt das Fiebern nach DEM Event. Jedes T�rchen des Adventskalenders wird sorgf�ltig ge�ffnet, manchmal wird gar geschummelt, ein T�rchen mehr ge�ffnet als gerade die Tage.

n Weihnachten das Schm�cken des Tannenbaums, die Kerzen, das Backen der “Guetzli”. Die ganzen sinnlichen Eindr�cke waren manchmal gar �berw�ltigend. Dann das Klingeln des Gl�ckchens und die vielen Geschenke unter dem Tannenbaum. Das �ffnen der Geschenke, die Freude �ber das gew�nschte Spiel, die scheinbare Freude �ber ein Geschenk, das man eigentlich nicht wollte. Es waren sehr viele Eindr�cke, die man als Kind erhielt. Die Weihnachtslieder sind mir auch noch in guter Erinnerung, da ich schon immer gerne gesungen habe.

Jedoch war di
gion bei uns zu Hause nie eine grosse Diskussion. Ich ging in den Religionsunterricht, ich besuchte die Jugendgruppe in der Kirche auf der Suche nach etwas bestimmtem. Jedoch habe ich den gew�nschten Halt, die ben�tigte Unterst�tzung auch dort nicht gefunden. In Tschiertschen in die Kirche zu gehen war auch noch etwas sehr “heimeliges”, “anmaecheliges”. Dieses Gef�hl habe ich in anderen Kirchen nie gehabt.

meiner Jugendzeit habe ich alles ganz anders erlebt, irgendwie entleert, entzaubert. Geschenke gab’s nat�rlich auch nicht mehr so viele und die Grosseltern, die noch damals lebten, sind auch nicht mehr. Das wiederum “verlassen werden” von der Grossmutter und des Nenis, haben ebenfalls tiefe Wunden aufgerissen. Auch wenn es selbstverst�ndlich etwas nat�rliches ist, so wie der Tod ein Teil des Lebens ist… so ist das “Verlassen werden” leider auch ein Teil meines Lebens.
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Aber ich weiche wieder vom eigentlichen Thema ab.

Weihnachten ist hier doch sehr kommerziell, es wird geschm�ckt und Geschenke vor allem f�r die Kinder gekauft. Es werden vermehrt “christliche” Akte, d.h. es werden Spenden gesammelt, Alten- und Kinderheime besucht, durchgef�hrt. Vor allem im TV werden viele derartige Shows gezeigt. Manchmal ist das etwas allzu dramatisch, so halt wie es die Koreaner – oder sind das vor allem Koreanerinnen? – so m�gen. Drama in allen Winkeln des Lebens. Als konfuzianistische Gesellschaft ist man hier eigentlich verdammt ohne Familie. Ohne Familie hat man wenig zu verlieren. Jedoch verliert genau dieses Familiensystem nach und nach seinen Wert. Bereits leben Familien nicht mehr in Grossfamilien sondern nur noch als Kernfamilien. Das bedeutet, dass die Grosseltern meist in Altenheimen abgeschoben werden, oder einfach f�r sich selbst sorgen m�ssen, solange sie das noch verm�gen und auch k�rperlich dazu fit genug sind. Man sieht hier sehr viele �ltere Leute auf der Strasse, die noch irgendwelchen T�tigkeiten nachgehen. Das Rentensystem ist zwar bereits vorhanden, jedoch nach wie vor sehr unbeliebt und viele weigern sich, in das System einzuzahlen. Korea wird sich einer ungewissen Zukunft entgegensehen. Viele �nderungen und Neuerungen werden den Weg hierher finden, jedoch sollte vor allem die Mentalit�t der Menschen hier einer �nderung unterworfen werden. Man spricht immer wieder von einer Globalisierung. Jedoch sp�rt man hier – ausser der sehr grotesken Englischmania – noch nicht so viel. Ich bin gespannt, wie die Entwicklung der n�chsten 50 Jahren aussehen wird. Vorausgesetzt ich erlebe die n�chsten 50 Jahre, nat�rlich…

Es wird Winter

Monday, November 29th, 2004

Die Tage werden kuerzer, die Naechte laenger. Die Temperaturen naehern sich bereits der Nullgradgrenze. Es ist lange her, seit ich etwas auf Deutsch hier reingeschrieben hab. Deutsch ist eh eine Sprache, die ich hier in Korea aeusserst selten benutz. Das ist nicht ohne Grund so. Die meisten Adoptierten hier unterhalten sich alle auf Englisch, wobei es eine gewisse Tendenz von den Frankophonen gibt, sich in eigenen Gruppen zu bewegen.

Das finde ich eigentlich schade, da wir alle ja eigentlich im selben Boot sitzen. Aber da zeigt es sich, dass auch hier in Korea alle Adoptierten Individualisten sind. Das ist einerseits – aus westlichem Standpunkt – natuerlich logisch. Andererseits macht es manchmal die Arbeit mit Koreanern dann etwas schwieriger.

Hier ist noch viel an Oeffentlichkeitsarbeit gefragt. Wer sind wir Adoptierten und wie koennen wir diese Individualitaet eins zu eins zu Koreanern rueberbringen? Das ist wohl eine Gleichung, die zu loesen praktisch niemand imstande sein wird.

Dennoch denke ich, dass sich vieles bewegen laesst. Auch Korea als Land ist – meiner Meinung nach – auf der Suche nach einer eigenen Identitaet. Zu lange war man der kleine Bruder der Grossmacht USA’s, zu lange war man von anderen abhaengig. Es gilt sich zu emanzipieren, eigenstaendig zu werden. Auch in Sachen Adoptionsindustrie sollte man eigenstaendig werden und nicht immer auf “auswaertige” Loesungen verfallen, auch wenn es eine sehr leichte und verlockende Loesung sein sollte.

Ein eigenes Sozialwesen aufzubauen wird schwierig sein und wird wohl auch auf sehr viele Hindernisse treffen. Die Chancen, die man hier jedoch hat, sind, dass man von anderen Laendern abgucken kann, wie sie die Probleme loesen oder geloest haben. Korea hat lange Zeit vom Westen abgekupfert, verbessert und auf den Markt geschmissen. Wieso soll das im Sozialwesen nicht anders sein? Eine Loesung massgeschneidert fuer Korea zu finden, das waere doch das Nonplusultra.

Ausserdem hat Korea je laenger je mehr mit den selben Phaenomen wie die restlichen Industriestaaten zu kaempfen. Sinkende Geburtenraten, aelter werdende Bevoelkerung. Wohin soll die Tendenz denn fuehren?
Muss Korea in allem das selbe werden wie die USA oder andere Industriestaaten?

Ich hoffe nicht.

Selbstverstaendlich sind meine Worte nur die eines Laien, der nicht viel Ahnung hat. Jedoch widerspiegeln diese Worte meine eigene Meinung. Wer etwas zu dieser Diskussion beitragen moechte, solle dies auch tun. Dazu ist diese Plattform hier auch geschaffen worden. :-)

Heimat, welche Heimat?

Tuesday, January 13th, 2004

Nach 4 Monaten in Korea, ein erster Rueckblick und Aussicht ins neue Jahr 2004…

Urspruenglich in Korea geboren, wurde ich mit 5 Jahren in ein Flugzeug verfrachtet und in die Schweiz geflogen, um dort bei einer Schweizer Familie aufzuwachsen. Nach vielen Jahren in dieser fuer einen “Koreaner” doch fremden Umgebung bin ich nun an den Ort zurueckgekehrt. Mit den alten Parolen gesagt… “back to the roots”. Zurueck zu den Wurzeln.

Ist es jedoch eine Rueckkehr zu den Wurzeln? Wonach habe ich denn gesucht und habe ich es hier gefunden? Oder werde ich es finden?

Nun, fuer mich war Korea eigentlich meistens das Land, fuer das ich schwaermte, fuer das ich heimatliche Gefuehle empfand und fuer das ich jubelte, wenn das Fussballteam ein so starkes Fussballland wie Italien, Spanien oder Portugal schlug. Natuerlich ist auch nicht alles Gold was glaenzt. Es gibt in jedem Land auf dieser Welt Positives wie auch Negatives. Wonach habe ich jedoch gesucht? Zunaechst war es die Suche nach den leiblichen Eltern, der Familie der ich eigentlich entstammte und nach der ich jahrelang suchte. Nachdem ich 1994 nach 9 Jahren Suche endlich vor unserer Mutter stand, war es fuer mich eine Erloesung. Jedoch war es auch der Beginn fuer etwas neues, etwas, das nur langsam mit der Zeit entstehen konnte. Nach einer langen Zeit der Krise, der Wiederbesinnung und Erholung reiste ich letztes Jahr im Sommer wieder zum ersten Mal nach 8 Jahren nach Korea. In diesem Sommer hatte ich zum ersten Mal ein sehr starkes Gefuehl, dass ich unbedingt hierher, nach Korea, ziehen muesste. Es war unglaublich und zurueck in der Schweiz habe ich beinahe alles derart ueberstuerzt, dass ich viele Dinge vergass, nicht vorbereitete oder liegenliess. Auf andere mag es wie eine Flucht ausgesehen haben, fuer mich war es jedoch die Dringlichkeit, mit der es mich hierher zog.

Erst jetzt nach ca. 4 Monaten ist es mir moeglich, ueber das zu reflektieren, was letztes Jahr geschehen ist und was in mir vorgegangen ist. Vieles wird fuer Aussenstehende vermutlich schwierig sein nachzuvollziehen. Ich kann es aber auch selbst nicht beschreiben. Ich MUSSTE einfach hierherkommen.

Die Distanz zur Schweiz birgt etwas Beruhigendes, jedoch auch etwas Trauriges in sich. Einerseits vermisse ich meine Freunde aus der Schweiz. Andererseits moechte ich mich auch auf das Leben hier konzentrieren, welches sicher nicht einfach ist, mir jedoch oft viel Spass macht. Ich hatte das Glueck gleich nach meiner Ankunft hier in Seoul eine Stelle offeriert zu erhalten. Das ist etwas, was nicht viele meiner adoptierten Freunde passiert ist. Der allergroesste Teil der Kollegen hier arbeiten als Sprachlehrer, meist gar auf privater Basis. Einige arbeiten in einer der groesseren Hagwons (Sprachschulen) um – hauptsaechlich – Englisch zu unterrichten.

Die Distanz schafft insofern auch Probleme als ich Schwierigkeiten habe, Beziehungen auf Distanz beizubehalten. Das ist mir bisher eigentlich selten gelungen, zudem ich allgemein mit Beziehungen Probleme habe. Das eine kann damit erklaert werden, dass Adoptierte allgemein damit zu schaffen haben, dass man “verlassen” wurde. Dies fuehrt dazu, dass man niemanden genug nahe an sich heranlaesst, um ja nicht wieder verletzt zu werden. Zum Glueck gibt es heute auch das Internet, was mir erlaubt, relativ rasch und direkt Kontakt zu knuepfen.

Wie sieht nun meine Zukunft aus?

Ich werde vorlauefig in Korea bleiben. Mein Visum laueft in 2 Jahren aus und ich kann es bis zu 10 Jahre lang verlaengern. Insofern gibt es fuer mich keine Probleme in dieser Hinsicht. Ich bin daran mein Koreanisch so verbessern, dass ich problemlos in der Gesellschaft hier leben kann. Jedoch ist diese Sprache fuer jemanden, der in Europa aufgewachsen ist, doch sehr schwierig.
Ich arbeite momentan fuer die Adoptiertenorganisation G.O.A.’L (Global Overseas Adoptees Link). Aber darueber dann ein ander Mal.