Habe eben den Film “Samaria” (사마리아) angeguckt…
Dabei handelt es sich um einen Film, in der es um eine Familie, in der die Mutter fruehzeitig verstorben ist. Der Vater ist Kriminalpolizist. Die Tochter ist im Gymnasium und hat nur eine einzige Freundin, die jedoch irgendwie nicht in die koreanische Gesellschaft passt. Die Tochter hilft ihrer Freundin bei ihrem “Hobby”, naemlich Sex fuer Geld. Jedoch macht sie es nicht unbedingt aus Geldnoeten.
Eines Tages wird sie dabei von der Polizei in flagranti ertappt und springt aus dem Motelzimmer. Sie ueberlebt schwerverletzt und ihr letzter Wunsch ist es, einen der letzten Freier nochmals zu sehen. Die Polizistentochter geht zu ihm und bittet ihn flehentlich den letzten Wunsch ihrer Freundin zu erfuellen. Dieser willigt jedoch erst ein, nachdem sie sich ihm hingegeben hat, wobei es fuer sie das erste Mal war. Im Spital angekommen muss sie entdecken, dass ihre Freundin in der Zwischenzeit verstorben ist. Auf der Bahre tot liegend ist ihr Gesicht jedoch bizarrerweise in einem Laecheln erstarrt.
Zu Hause angekommen moechte die Polizistentochter erst das gesamte Geld und das Agenda, wo fein saeuberlich die Freier notiert sind, verbrennen. Sie steckt es im Lavabo an, rettet jedoch alles indem sie Wasser darueber schuettet. Danach aeussert sie den Wunsch, das Geld der Freundin wieder zurueckzugeben. Sie gibt das Geld jedoch zurueck, indem sie erst mit dem Freier schlaeft und dann das damals erhaltene Geld zurueckgibt.
Per Zufall entdeckt ihr Vater das Treiben der Tochter und stellt in der Folge einige der Freier zur Rede. Jedoch kommt es auch zu einer Eskalation der Tagen. Eines Tages bewirft er das Auto eines Freiers mit Steinen und zertruemmert einige Scheiben. Ein anderes Mal besucht er einen der Freier zu Hause. Der Familienmann isst gerade mit seiner mustergueltigen Familie, als der Polizist ihn schlaegt und ihm Vorwuerfe macht. Der Familienvater schweigt und nimmt alles wortlos hin. Danach springt er aus dem Fenster in den Tod.
Beim naechsten Freier schlaegt der Polizist mit seinen Handschellen auf den Mann ein und verletzt ihn. Jedoch wehrt sich der Mann. Der Polizist holt einen Stein und schlaegt den Mann zu Tode. Jedoch war der Freier der letzte auf der Liste. Die Tochter entdeckt den toten Mann, streicht danach ihn als letzten in der Agenda an und wirft danach die Agenda weg. Zu Hause nimmt der Polizist eine Dusche, danach ueberrascht ihn die Tochter als er gerade seine Hand ueber den Dampfkochtopf haelt.
Eines Tages kommt die Tochter in Schuluniform nach Hause und ihr Vater schlaegt vor, einen Besuch beim Grab der Mutter zu machen und ein wenig auf dem Lande Erholung zu suchen. Sie brechen gleich auf und fahren zur Grabstaette. Der Vater verliert dort zum ersten Mal die Beherrschung vor seiner Tochter und beginnt zu weinen. Sie uebernachten vor Ort und am naechsten Tag fahren sie weiter. An einem Flussufer faehrt der Polizist das Auto ins Wasser. Die Tochter schlaeft und hat einen Traum, in der sie ihren Vater sucht, der sie jedoch erwuergt und am Flussufer mit ihren Kopfhoerern an vergraebt. Als sie jedoch erwacht und aus dem Auto steigt, entdeckt sie, dass ihr Vater eine Art Piste markiert hat. Der Polizist bringt seiner Tochter das Autofahren bei. Diese versucht es und macht gute Fortschritte. Waehrenddessen wird der Vater von der Polizei abgeholt, bei denen er bereits telefonisch ein Gestaendnis abgelegt hatte.
Die Tochter realisiert erst nach und nach, dass ihr Vater bereits weg ist. Sie versucht dem Auto zu folgen, bleibt jedoch im Schlamm stecken.
Es gibt noch jede Menge Details in dem Film. Der Film stellt eines der heutigen Vorgaenge in der heutigen koreanischen Gesellschaft dar. Es gibt sehr viele widerspruechliche Aussagen. Einerseits ist der Vater sehr konservativ, jedoch auch sehr liebevoll zu seiner Tochter. Die Jugend wird sehr rebellisch dargestellt und vor allem mit der Prostitution der Jugendlichen wird ein Tabuthema angeschnitten. Heute kann man vor allem via Internet viele derartige Angebote entdecken, wo sich Schuelerinnen via Chatraeume fuer Geld anbieten. Natuerlich ist der Vater, der ja sehr konservativ ist, sehr bestuerzt ueber die Vorgaenge. Er kann es nicht begreifen und verzweifelt beinahe. Jedoch koennte man vor allem das Ende symbolisch gesehen als eine Abtrennung von Kind und Eltern ansehen. Irgendwann wird auch ein Kind fluegge und lernt selbst zu fliegen, wird selbstaendig. Auch so wird die Tochter – durch das Autofahren – selbstaendig, kann sozusagen auf eigenen “Raedern” stehen.
Obwohl der Film von der Jugendprostitution handelt, sieht man sehr wenig nackte Haut. Ich glaube, es ist dem Regisseur gelungen, weniger mit nackter Haut zu provozieren, als mit den Chrakteren etwas glaubhaft darzustellen.
Es ist interessant zu sehen, dass der Film in drei Teile unterteilt ist. Dabei werden unterschiedliche Titel benutzt. Eine davon ist Sonata, ein Begriff der in der Musikwelt bekannt ist. Interessanterweise ist auch eine Sonata in drei Teile unterteilt.
Des weiteren ist Sonata auch ein Beruhigungsmittel, welches bei Insomnien benutzt werden kann. Jedoch handelt es sich nicht um ein Benzodiazepinprodukt. Ich glaube jedoch nicht, dass der Regisseur auf dieses speziellen Mittel hinweisen wollte.
Samaria ist ein Begriff, den man aus dem nahen Osten (heutiges Israel) kennt. Aber ich denke, fuer heute habe ich genuegend den Filmkritiker gespielt